Zentrum für Altersmedizin (Geriatrie)

Das Zentrum für Altersmedizin (Geriatrie) am DONAUISAR Klinikum Deggendorf-Dingolfing-Landau ist spezialisiert auf die Versorgung der Patienten im höheren Lebensalter, die aufgrund ihrer typischen Multimorbidität (mehrfache Erkrankung) und der erhöhten Vulnerabilität (Anfälligkeit für Komplikationen) einer komplexen Behandlung bedürfen. Angepasst an Krankheitsphase und funktionellen Status des Patienten erfährt er eine optimale, seinen aktuellen Bedürfnissen angemessene Behandlung.

Das Konzept des Zentrums für Altersmedizin umfasst die Bereiche
• Akutstationäre Geriatrie (mit drei Hauptabteilungen etabliert)
• Geriatrische Tagesklinik (für den Standort Landau kürzlich genehmigt)

Organisatorische Schwerpunkte

Es werden regelmäßige interdisziplinäre Fallkonferenzen für stationäre Patienten im Rahmen des zertifizierten AltersTraumaZentrums durchgeführt. In diesem Zuge erfolgt das Angebot eines überregionalen Leistungsspektrums für geriatrische Patienten, die ein entsprechendes Betreuungskonzept benötigen und davon profitieren.

Die Beratung von Ärzten anderer Abteilungen des Klinikums findet im Rahmen eines regelhaften Konsildienstes mit umfassender Erhebung des funktionellen Status der Patienten im geriatrischen Assessment statt. Dabei erfolgt Hilfestellung bei der Einschätzung des rehabilitativen Behandlungsbedarfs und bei der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit und Geschäftsfähigkeit durch ein differenziertes kognitives Assessment.

Innerhalb des interdisziplinären Behandlungsteams finden regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen statt, die der fallunabhängigen Informationsvermittlung über Behandlungsstandards und Behandlungsmöglichkeiten dienen. Diese Veranstaltungen stehen allen Ärzten/ Pflegekräften offen, um entsprechend den Gedanken der besonderen Therapiebedürfnisse eines geriatrischen Patienten abzubilden. Diesbezüglich wird großer Wert daraufgelegt, diesen Liäsondienst auch externen Kliniken im Sinne einer telemedizinisch geriatrischen Kompetenz zur Verfügung zu stellen. Das Zentrum für Altersmedizin organisiert darüber hinaus auch externe Fortbildungsveranstaltungen für die niedergelassenen Ärzte. Ein intensiver Austausch mit niedergelassenen Ärzten und benachbarten Kliniken wird angestrebt.

Zur eigenen Qualitätssicherung und zum Benchmark werden alle Patienten mit akutgeriatrischer Frührehabehandlung in einem bayernweiten Register erfasst und quartalsweise ausgewertet.

Das Zentrum führt mehrmals pro Jahr Vortragsveranstaltungen für die Bevölkerung der Region durch. Dabei werden Krankheitsbilder und Besonderheiten des höheren Lebensalters vorgestellt. Zudem besteht stets die Möglichkeit für Fragen und Diskussionen.

Zusammenfassend bietet das Zentrum für Altersmedizin des DONAUISAR Klinikums gKU eine umfassende Versorgung für alle geriatrischen Patienten an, die über die reine Krankenhausbehandlung, wie sie im DRG-System vorgesehen ist, hinausgeht. Mit inzwischen 70 Planbetten hat es sich zum zentralen Versorger auf dem Gebiet der Altersmedizin im Zentrum Niederbayerns entwickelt. Mit der kürzlich genehmigten Geriatrischen Tagesklinik entsteht die erste Einrichtung dieser Art in Niederbayern.

Strukturelle Voraussetzungen

Die Akutgeriatrie am DONAUISAR Klinikum gKU ist organisatorisch unabhängig von der Inneren Medizin und verfügt über eigens zugeordneten Betten und einen eigenen Personalpool. Das standortübergreifende Geriatrische Zentrum verfügt im stationären Bereich am Standort Deggendorf mit von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziertem AltersTraumaZentrum über 40 Betten, am Standort Landau über 30 Betten sowie über 8 Plätze für die aktuell im Aufbau befindliche Geriatrische Tagesklinik.

Für alle drei Standorte ist ein Konsildienst durch die Ärzte des Zentrums für Altersmedizin etabliert, um auch für ältere Patienten in den anderen Fachabteilungen und Kliniken die geriatrischen Besonderheiten einfließen zu lassen und in einem strukturierten geriatrischen Assessment den funktionellen Status des Patienten zu erheben und Behandlungsziele daraus abzuleiten.

Im ärztlichen Dienst des Klinikums sind für die Erfüllung dieser Aufgaben mehrere Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie beschäftigt und weitere Ärzte befinden sich derzeit in Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung Geriatrie. Von der Bayerischen Landesärztekammer wurde die volle Weiterbildungsermächtigung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Geriatrie erteilt.

Da Altersmedizin immer eine ganzheitliche und umfassende Therapie darstellt, die die Behandlung durch ein interdisziplinäres multiprofessionelles Team erfordert, werden an den Standorten Deggendorf und Landau innerhalb des Zentrums alle erforderlichen Fachexperten aus den verschiedenen Berufsgruppen vorgehalten. Zahlreiche Teammitglieder verfügen dabei neben ihrer Fachausbildung über spezielle Zusatzweiterbildungen auf dem Gebiet der Geriatrie (z.B. Zercur-Zertifikat, aktivierende Pflege, Zusatzbezeichnung Geriatrie in der Physiotherapie, Fachtherapeutin Geriatrie/ Gerontopsychiatrie, Ergotherapie bei Demenzerkrankungen, Validation, Biographiearbeit, etc.).

Insgesamt umfasst das geriatrische Team sechs Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie, weitere Fachärzte in Weiterbildung zum Geriater, Pflegekräfte mit geriatrischer Zusatzausbildung, eigens dafür geschulte Assessment-Schwestern für die Durchführung der systematischen und objektiven Testungen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, jeweils teilweise mit geriatrischer Zusatzausbildung, Logopäden, Psychologen, Wundmanager, Diätassistentinnen sowie spezialisierte Schmerztherapeuten. Weitere Disziplinen wie Seelsorger, Psychiater, Neurologen und alle anderen spezialisierten Fachdisziplinen des Klinikums können bei Bedarf hinzugezogen werden.

Besondere Bedeutung wird dem Schnittstellenbereich vor allem zum ambulanten Sektor beigemessen. Hier kommen das strukturierte Entlassmanagement sowie die Pflegeüberleitung mit entsprechend qualifizierten Mitarbeitern zum Einsatz, um eine reibungslose Weiterversorgung des Patienten nach der Entlassung sicherzustellen. In der Kooperation mit der Abteilung für Unfallchirurgie innerhalb des AltersTraumaZentrums wurden fachübergreifende Behandlungskonzepte und Behandlungspfade erstellt sowie Standard Operating Procedures (SOPs) für spezifische Versorgungsprozesse (z.B. Hüftgelenksnahe Femurfrakturen). Auch zur Vermeidung des postoperativen Delirs wurden Standards entwickelt und auf den Stationen etabliert.