AltersTraumaZentrum

Selbstständigkeit erhalten – Pflegebedürftigkeit vermeiden 

Zertifiziertes Alterstraumazentrum am DONAUISAR Klinikum Deggendorf 

Das Zentrum für Alterstraumatologie am Standort Deggendorf zeichnet sich durch die enge Verknüpfung zwischen der Klinik für Unfallchirurgie, Handchirurgie und Orthopädie und des Zentrums für Altersmedizin aus. Hier werden als geriatrisch eingestufte Patienten, die einen Knochenbruch wie Oberschenkelhals- oder Beckenbruch erlitten haben, gemeinsam von unseren Chirurgen und von unserem geriatrischen Team betreut. An der Therapie und Weiterbehandlung sind darüber hinaus noch viele weitere Berufsgruppen beteiligt,  wie z.B. Physio- und Ergotherapeuten, speziell ausgebildete Pflegekräfte, Logopäden, Psychologen und  Seelsorger. Regelmäßig erfolgt eine Kontaktaufnahme durch unsere Pflegeüberleitung mit den Patienten oder deren Angehörigen, um Probleme bei der häuslichen Versorgung, den Bedarf an Hilfsmitteln und die weitere Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt zu besprechen. Gemeinsam arbeiten sie auf der Station 42 zusammen.

Ziel des Zentrums für Alterstraumatologie ist es, eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit des Patienten zu vermeiden und eine Rückkehr in die gewohnte Umgebung zu ermöglichen. Um dies zu erreichen,  ist es die Aufgabe unserer Unfallchirurgen, Verletzungen schnell und sicher zu behandeln. Der Organismus älterer Menschen ist vielfach jedoch nicht mehr so widerstandsfähig wie in jungen Jahren. Bei älteren Menschen können etwa orthopädische Standardoperationen Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Wichtig ist es deshalb, nach einer erfolgreichen OP wieder möglichst schnell auf die Beine zu kommen. Deshalb versuchen wir eine notwendige Operation, z.B. nach einem Sturz, in der Regel innerhalb von 24 Stunden durchzuführen.

Die Vorbeugung und Behandlung von akuten Verwirrtheitszuständigen (sog. Delirmanagement“) erhält in diesem Zusammenhang gerade bei hochbetagten Patienten eine große Bedeutung. Nach einem Eingriff beginnen wir so früh wie möglich mit einer auf den älteren Patienten abgestimmten  Mobilisation und geeigneten Methoden, um die nötige  Übungsstabilität zu erreichen. Viele unserer Patienten können sich sogar trotz der schweren Verletzung und ggf. einer Operation auch in höherem Alter vielleicht mit einer kleinen Unterstützung wieder zu Hause selbst versorgen.

Weiterhin werden nicht nur die akute Verletzung behandelt, sondern auch vorhandene Grunderkrankungen wie z.B. die Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Osteoporose oder Demenz betreut. Denn diese sind oft die Ursache für den Sturz und können andererseits den Heilungsprozess deutlich behindern. Ältere Patienten haben zudem ein deutlich erhöhtes Risiko für das Auftreten von Komplikationen und Folgeerkrankungen wie beispielsweise Verwirrtheit, Druckgeschwüre, Muskelabbau und Lungenentzündung, was schließlich zu einer dauerhaften Einschränkung der Mobilität und zum Verlust der Selbständigkeit bis hin zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit führen kann. Gerade dem wirken die Geriater mit Hilfe einer ganzheitlichen Altersmedizin entgegen.

Auch mit den notwendigen rehabilitativen Maßnahmen wird so früh wie möglich (oft schon am Aufnahmetag) begonnen und diese während des stationären Aufenthaltes kontinuierlich fortgeführt. Aufgabe der Frührehabilitation ist es, die Selbstständigkeit zum Beispiel beim Gehen oder bei der Körperpflege zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Behandlungsdauer ist dabei von mehreren Faktoren abhängig, v.a. von der medizinischen Indikation. Dies kann sich durchschnittlich über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen erstrecken.

Um die gemeinsame Behandlung zu festigen, stimmen sich die Ärzte der beiden Kliniken durchgehend in der Betreuung der gemeinsamen Patienten ab.  Zusätzlich findet einmal wöchentlich eine interdisziplinäre unfallchirurgisch-geriatrische Teamkonferenz statt. Weiterhin profitieren die Patienten von den mehrmals wöchentlich stattfindenden, gemeinsamen Visiten und der daraus folgenden Versorgung durch das interdisziplinäre Team.

Um die Behandlungsqualität und die Behandlungsergebnisse unserer Patienten dauerhaft zu verbessern nimmt das Zentrum für Altersmedizin bei der Initiative AltersTraumaZentrum DGU® teil und ist seit 2015 mit dem Zertifikat für die Erfüllung der Anforderungen des Kriterienkataloges zur Steigerung von Qualität und Sicherheit in der Alterstraumatologie ausgezeichnet worden.
Die Initiative AltersTraumaZentrum DGU® wird im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. von der AUC -
Akademie der Unfallchirurgie GmbH und der AG Alterstraumatologie der DGU umgesetzt.

Das Leitungsteam des ATZ

Zum Leitungsteam des Zentrums für Alterstraumatologie gehören der Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin Dr. Ralf Schacherer (l.) und der Chefarzt der Unfallchirurgie Prof. Dr. Peter Schandelmaier (2.v.l.) sowie in enger Kooperation und Abstimmung der Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin Dr. Peter Kolbinger (r.). Diese Zusammenarbeit ist durch ein externes Zertifikat ausgezeichnet worden... (Foto: Roland Binder - Deggendorfer Zeitung)