Früherkennung verbessert Heilungschancen entscheidend
22.04.2026
Die Vorsorge und Früherkennung spielen eine zentrale Rolle in der modernen Frauenheilkunde und tragen entscheidend dazu bei, die Gesundheit von Frauen langfristig zu schützen. In einem Vortrag im Rahmen der Reihe „Gesundheit im Dialog“ erläuterte Prof. Dr. Walther Kuhn, Chefarzt der Frauenklinik am DONAUISAR Klinikum Deggendorf, die Bedeutung präventiver Maßnahmen und die neuesten Entwicklungen in der Krebsfrüherkennung und -therapie. Als zertifizierte Klinik der Deutschen Krebsgesellschaft erfüllt das DONAUISAR Klinikum dabei höchste Qualitätsstandards und bietet erkrankten Frauen eine moderne, interdisziplinäre Versorgung.
Prof. Kuhn gab seinen Zuhörerinnen im Kolpinghaus Osterhofen Empfehlungen zu einer nachhaltigen Prävention: Dazu zählen die Vermeidung von Tabakkonsum, ein gesundes Körpergewicht, tägliche Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol, die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen, insbesondere gegen Hepatitis B und Humane Papillomaviren (HPV). Diese Viren sind sehr weit verbreitet, heilen in der Regel von selbst aus, können sich aber auch zu Krebsvorstufen entwickeln. Durch die Impfung in Kombination mit einem Screeningprogramm konnte das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs bereits deutlich gesenkt werden. Im Frühstadium operieren die Ärzte die betroffene Frau häufig mit der neuesten Generation des da-Vinci-OP-Roboters. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung erfolgt eine Strahlentherapie, und bei einem Tumor, der sich bereits im Körper ausgebreitet hat, kommt eine Chemotherapie zum Einsatz.
Als ausgewiesener Experte nahm Prof. Kuhn auch den Brustkrebs, der die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist, in den Blick. Kuhn unterstrich die Bedeutung des Screening-Programms, das in Deutschland seit 2006 durchgeführt wird. Auch hier zeigt sich, dass die Früherkennung die Heilungschancen deutlich verbessert hat. Sollte eine Operation nötig sein, werden der Tumor und als Sicherheitsmaßnahme auch der Wächterlymphknoten entfernt. Mitunter ist auch eine Kombination mit Chemo- oder Strahlentherapie nötig. Insgesamt sind die Heilungschancen bei Brustkrebs sehr gut. Diese gute Prognose teilt diese Erkrankung mit dem Gebärmutterkrebs. Auch hier steht das gesamte Arsenal der modernen Medizin zur Verfügung.
Eine Herausforderung bleibt der Eierstockkrebs. Hier ist laut Prof. Kuhn, der selbst zur Krebsbehandlung publiziert hat, noch kein Früherkennungsprogramm etabliert. Die Symptome sind zudem unspezifisch, wie Blähungen oder Völlegefühl. Deswegen bekommen viele Frauen erst spät Hilfe. Der beste Standard in der Behandlung ist eine Operation, gefolgt von einer Chemotherapie. Wie in anderen Organen gibt es auch hier gutartige Tumoren, die meist durch eine minimalinvasive Operation entfernt werden. Insgesamt bietet die moderne Medizin viele Heilungschancen für erkrankte Frauen. Prof. Kuhn bedankte sich zudem bei den Veranstaltern der Reihe. Dazu zählen die AOK Deggendorf, das DONAUISAR Klinikum Deggendorf, das Bezirksklinikum Mainkofen, die VHS, der Kneippverein und die Gesundheitsregionplus des Landkreises Deggendorf. Die Moderation übernahm der stellvertretende AOK-Direktor Franz Huber.

Der stellvertretende AOK-Direktor Franz Huber (l.) moderierte den Vortrag von Prof. Dr. Walther Kuhn in Osterhofen. (Foto: DONAUISAR Klinikum)