Chefärzte werben für Darmkrebsvorsorge ab 50

31.03.2026

Drei Chefärzte des DONAUISAR Klinikums (DIK) haben in Dingolfing über die Darmkrebsprävention informiert. Menschen für eine Vorsorgeuntersuchung zu gewinnen, ist Dr. Heribert Fröschl, Prof. Dr. Matthias Behrend und Prof. Dr. Markus Radsak ein echtes Herzensanliegen. Ihnen begegnen immer wieder Patienten, die ihr Leben ohne Krebs noch genießen könnten, wenn sie die kostenlose Vorsorgeuntersuchung rechtzeitig in Anspruch genommen hätten. Daher lautet der gemeinsame Appell der drei Ärzte: „Vereinbaren Sie einen ersten Termin, wenn Sie 50 Jahre oder älter sind!“

Den Ablauf der Untersuchung erläuterte Chefarzt Dr. Heribert Fröschl. An das Aufklärungsgespräch schließt sich die Reinigung des Darms an: „Das ist zwar nicht sehr angenehm, aber je besser die Sauberkeit, desto besser die Untersuchungsqualität“, unterstrich er die Bedeutung der Vorbereitung. Bei der Spiegelung selbst wird der Patient meist in einen kurzen Dämmerschlaf versetzt und mittels eines Endoskops untersucht. Werden Vorstufen des Darmkrebses gefunden, werden diese sofort entfernt und zur Analyse in die Pathologie geschickt. Damit wird die Entwicklung einer Krebserkrankung in den meisten Fällen verhindert. Sollte tatsächlich bereits ein Darmkrebs festgestellt werden, führt Dr. Fröschl ein Gespräch mit den Patienten und verweist sie an die Viszeralchirurgie weiter.

Dort kommen die Betroffenen in die Sprechstunde von Prof. Dr. Matthias Behrend: „Das kommt allerdings selten vor. Die allermeisten Patienten, die wegen einer Krebserkrankung zu mir kommen, haben keine Vorsorgespiegelung gemacht. Das Auto ist scheckheftgepflegt, aber die eigene Gesundheit wird vernachlässigt“, merkte er kritisch an. Dabei ist das Tückische, dass Darmkrebs lange keine oder nur unspezifische Beschwerden verursacht. Das kann zum Beispiel eine leichte Blutarmut oder eine plötzliche Änderung der Verdauungsgewohnheiten sein. Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, wird in der Fallkonferenz des Onkologischen Zentrums das weitere Vorgehen beraten. Manchmal reicht eine chirurgische Entfernung des Tumors, manchmal kommen Strahlentherapie oder eine systemische Therapie zum Einsatz. 

Als Chefarzt der Onkologie erläuterte Prof. Dr. Markus Radsak die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. In den letzten 20 Jahren haben Chemotherapie und Immuntherapie dabei große Fortschritte gemacht. Die Medikamente werden zunehmend stärker auf den einzelnen Patienten zugeschnitten, und auch die Nebenwirkungen sind geringer bzw. besser beherrschbar: „Die Patienten, die bei uns in Behandlung sind, haben eine gute Lebensqualität. Das ist eine positive Entwicklung. Aber wahr bleibt auch, dass sie sich das alles in den meisten Fällen mit einer Darmspiegelung hätten ersparen können.“ Daher schlossen die drei Referenten mit einem eindringlichen Appell für diese Vorsorgeuntersuchung. 

Die Chefärzte Dr. Heribert Fröschl (v.l.), Prof. Dr. Matthias Behrend und Prof. Dr. Markus Radsak werben für die Darmspiegelung. (Foto: DONAUISAR Klinikum)