Mit der Darmspiegelung Krebs vermeiden
10.03.2026
Darmkrebs entwickelt sich oft unbemerkt. Gerade deshalb ist Vorsorge so entscheidend. Dennoch kommen viele Patienten erst dann zum Arzt, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. „Das frustriert mich immer wieder“, sagt Prof. Dr. Matthias Behrend, Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am DONAUISAR (DIK) Klinikum Deggendorf. Er kennt die Statistiken, die eindeutig belegen: Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto schlechter sind die Heilungschancen. Deswegen hat Prof. Behrend mit seinen Kollegen Privatdozent (PD) Dr. Christian Bauer, Chefarzt für Gastroenterologie, und Prof. Dr. Markus Radsak, Chefarzt für Onkologie, bei der Vortragsreihe „Gesundheit im Dialog“ für die vorsorgliche Darmspiegelung geworben. Denn bei dieser Untersuchung könnten schon Vorstufen der Krebserkrankung entfernt werden. Zusätzlich informierte Ernährungsberaterin Christa Katzdobler über eine darmgesunde Ernährung zur Vorbeugung von Darmkrebs.
Wer seinem Darm etwas Gutes tun möchte, sollte sich im ersten Schritt vor allem zwei Tipps zu Herzen nehmen. Katzdobler empfahl, möglichst wenig rotes Fleisch und möglichst viele Ballaststoffe zu essen. Bestimmte Inhaltsstoffe im Fleisch führten nach derzeitigem Wissensstand zu Zellschädigungen, durch die Krebs entstehen könne. Dagegen würden Ballaststoffe mit ausreichend Flüssigkeit den Darm gut funktionieren lassen. Wer diese Tipps beherzigt, hat gute Chancen, dass bei einer Darmspiegelung nichts Auffälliges gefunden wird. Den Ablauf der Spiegelung, die meist in einem Dämmerschlaf erfolgt, erläuterte Chefarzt PD Dr. Christian Bauer. Der große Vorteil dieser Untersuchung sei, dass man dadurch Sicherheit bekommt und Vorstufen einer Krebserkrankung gegebenenfalls direkt entfernt werden können. Damit sei die Behandlung größtenteils abgeschlossen. Die Untersuchung sei ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen, außer es gab in der Familie bereits einen Fall von Darmkrebs. Wenn z. B. der Vater mit 47 Jahren erkrankt ist, sollten die Kinder mit 37 Jahren zur Spiegelung.
Falls bereits eine fortgeschrittene Erkrankung diagnostiziert wird, stünden für die Behandlung Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Therapie zur Verfügung. Das beste Verfahren wird dabei in der Tumorkonferenz mit Operateuren, Internisten, Radiologen und Pathologen festgelegt. Darüber hinaus bietet das Onkologische Zentrum Deggendorf auch unterstützende Angebote wie eine psychologische Betreuung an. Die Qualität der Behandlung wird auch dadurch sichergestellt, dass die Einrichtung durch die Deutsche Krebsgesellschaft regelmäßig überwacht werde, wie Prof. Behrend unterstrich. Auf die großen Fortschritte ging Prof. Dr. Radsak als Onkologe ein. Einerseits könnten die Nebenwirkungen immer besser kontrolliert werden, und andererseits eröffne die personalisierte Medizin immer gezieltere Therapieoptionen. Dennoch betonte der Chefarzt, dass sich viele dieser Behandlungen in den meisten Fällen durch eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung vermeiden ließen. Eine einfache Darmspiegelung trage dazu entscheidend bei.

Warben gemeinsam für die vorsorgliche Darmspiegelung: Chefarzt PD Dr. Christian Bauer (v. l.), AOK-Ernährungsberaterin Christa Katzdobler, Prof. Dr. Matthias Behrend, Prof. Dr. Markus Radsak und AOK-Direktor Jürgen Beck. (Foto: DONAUISAR Klinikum)