Therapie

Liegt ein wenig aggressives Prostatakarzinom in geringer Ausbreitung vor, knn unter bestimmten Umständen eine sogenannte „aktive Überwachung“, die active surveillance, durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass der Prostatakrebs zunächst nur kontrolliert, nicht behandelt wird. Dadurch kann man dem Patienten die Nebenwirkungen einer Therapie ersparen. Eine Therapie wird nur bei Fortschreiten des Krebs oder bei Therapiewunsch durchgeführt. Hat man bei alten Patienten den Eindruck, dass ein zufällig festgestellter Prostatakrebs für den Patienten keine Bedrohung mehr darstellt, kann das „watchful waiting“ angewandt werden. Dabei wird der Tumor nicht behandelt, eine Heilung nicht mehr angestrebt. Sollte bei regelmäßigen Kontrollen der Tumor oder seine Metastasen jedoch Probleme verurschen, wird eine hormonelle Therapie durchgeführt.

Radikale Prostatovesikulektomie
Im frühen Stadium ist durch die komplette Entfernung von Prostata, Samenbläschen sowie regionären Lymphknoten eine Heilung möglich. Bei geeigneten Patienten können die für die Erektion zuständigen Nervbahnen geschont werden. Durch verfeinerte Operationstechnik tritt eine Inkontinenz, also ein ungewollter Urinverlußt, nur noch sehr selten auf. Der im Rahmen der Operation gelegte Dauerkatheter wird in der Regel nach einer Woche entfernt. Abhängig vom Grad der Aggressivität (Gleason-Score) und der lokalen Ausdehung des Tumors wird begleitend eine Entfernung der Lymphknoten, die pelvine Lymphdissektion, durchgeführt.

Externe Bestrahlung
Die Bestrahlung des Prostatakarzinoms kann, ähnlich wie die Operation, eine Heilung erreichen. Auch hier werden je nach Risikofaktoren die Prostata allein oder zusätzlich die benachbarten Lymphknoten erfasst.
Voraussetzung für eine möglich schonende Behandlung mit geringen Nebenwirkungen ist eine exakte CT-gesteuerte sogenannte 3D-konformale oder „intensitätsmodulierte Bestrahlungsplanung“ sowie eine Aufteilung der gesamten Strahlendosis auf kleine sog. Fraktionen. Daher besteht die gesamte Behandlung typischerweise aus 40-42 Sitzungen über 8 -9 Wochen. Die Genauigkeit – und damit auch Erfolg und Verträglichkeit - kann bei einem Großteil der Patienten durch Einlage von 3-4 winzigen Goldkörnchen in die Prostata oder durch wiederholte CT-Kontrollen nochmals verbessert werden.
Zur Reduktion der Nebenwirkung der Bestrahlung führen wir bei geeigneten Patienten die Implantation eines sogenannten „Spacer“ zwischen Prostata und Enddarm durch. Dabei wird ein Hydrogel vom Damm her zwischen Prostata und Rektum injiziert. Dadurch gewinnt die Prostata mehr Abstand vom Rektum. Im Laufe der Monate wird das Hydrogel vom Körper wieder resorbiert.

Brachytherapie
Hier gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Permanente Implantation von kleinen Strahlenquellen, sog. „seeds“ mit niedriger Dosisleistung, die im Körper verbleiben und die vorübergehende Implatation von Hohlnadeln, die für kurze Zeit mit Strahlenquellen hoher Dosisleistung beschickt werden, sog. „High-Dose-Rate-Brachytherapie.

Seed-Implantation
Bei der Seed-Implantation ( Brachytherapie) wird die Prostata durch radioaktive ca. reiskorngroße „seeds“ bestrahlt. Die Prostata wird nach einem computerberechneten Modell mit den „seeds„ in Narkose „gespickt“. Durch die Radioaktivität der seeds kommt es über die folgenden Monate zu einer Bestrahlung der Prostata “von innen“. Diese Behandlung ist frühen Tumorstadien bei günstiger Prognose vorbehalten.