Akutgeratrie

Die Gesellschaft steht erst am Anfang einer Entwicklung, die in den nächsten 30 Jahren die Anzahl alter und hochaltriger Patienten in den Krankenhäusern mehr als verdoppeln wird. Wollen Krankenhäuser ihrem Anspruch Heute und in Zukunft gerecht werden, müssen sie ihre Strukturen und Kompetenzen den neuen Anforderungen anpassen. 

In der Akutgeriatrie soll gewährleistet werden, dass sich die Pflegebedürftigkeit der multimorbiden Patienten nach einer akuten Erkrankung nicht erhöht und die Selbsthilfefähigkeit erhalten bzw. wiederhergestellt wird. Dementsprechend ist die Geriatrie (Altersheilkunde) ein umfassender Behandlungsansatz, der körperliche, funktionelle, geistige und psychische soziale Aspekte einbezieht.

Am DONAUISAR Klinikum Deggendorf wurde neben der bestehenden Akutgeriatrie mit Schwerpunkt Innere Medizin kürzlich die zweite akutgeriatrische Station mit wiederum 20 Betten für akutgeriatrische Rehabilitation eröffnet. Schwerpunkt dieser Station ist die Versorgung traumatologisch-geriatrischer Patienten. In der konkreten Umsetzung werden geriatrische Patienten mit erlittenem Trauma, z. B. Schenkelhals-Fraktur nach Sturz von Anfang an interdisziplinär betreut. Der Unfallchirurg kümmert sich um Operation und Wunde, der Geriater mit seinem ganzen Team um die allfälligen internistisch-neurologischen Probleme und Komplikationen wie Infektionen, Delir, entgleiste Stoffwechsellagen, adäquate Schmerzmedikation und sofortige Mobilisation. Alle Maßnahmen zielen darauf ab, den geriatrischen Patienten möglichst schnell in einen stabilen und rehabilitationsfähigen Zustand zu bringen. 

Bei vorhandenem Rehapotential erfolgt anschließend eine geriatrische Rehabilitation, ansonsten die Verlegung ins häusliche Milieu oder eine pflegende Institution. Um dem allen gerecht zu werden arbeitet in der Akutgeriatrie, die die Organisationsform der Geriatrie in einem Akutkrankenhaus bildet, ein multiprofessionelles und interdisziplinäres Team. Das geriatrische Team besteht aus Ärzten, wobei der leitende Arzt Geriater ist, Pflegekräften mit spezieller Ausbildung, dem Sozialdienst, Physiotherapie, Ergotherapie, Seelsorge, Diätassistentin, Logopädie, Psychologie, Neurologie/Psychiater (bei Bedarf) sowie den Mitarbeitern des Geriatrischen Assessments.

Das Team trifft sich regelmäßig ein Mal wöchentlich, um die Therapieziele und die dafür erforderlichen Therapiemaßnahmen der Patienten abzustimmen. Die Behandlung erfordert zusätzlich eine umfassende und detaillierte Dokumentation. Bei Entlassung ist es vielen Patienten möglich, ihr Leben wie gewohnt selbständig weiterzuführen. Damit bleibt ihnen ein erhebliches Maß an Lebensqualität erhalten.