Palliativstation Deggendorf

"Wenn wir jemandem helfen wollen, müssen wir zunächst herausfinden, wo er steht. Das ist das Geheimnis der Fürsorge. Wenn wir das nicht tun können, ist es eine Illusion zu denken, wir könnten anderen Menschen helfen. Jemanden zu helfen impliziert, dass wir mehr verstehen als er, aber wir müssen zunächst verstehen, was er versteht." 
Søren Kierkegaard 

Herzlich Willkommen auf der Palliativstation!

Seit 2009 gibt es hier, auf der Station 23, für unsere Patienten sechs Einbettzimmer und zwei Zweibettzimmer, ein Wohnzimmer mit Sonnenterrasse, einen Raum der Stille sowie einen Abschiedsraum. Die Einrichtung und Farbgestaltung der verwendeten Materialien ergeben eine wohnliche, nicht krankenhaussterile Atmosphäre. Sie sind eingeladen, sich wohlzufühlen. Und für Ihre Angehörige besteht die Möglichkeit zur Übernachtung im Patientenzimmer.
Sie haben Fragen? Sprechen Sie uns an. Wir nehmen uns gerne Zeit für Sie.

„Warum gibt es diese besondere Station? Für was brauche ich als Patient so eine Einrichtung? Muss ich jetzt sterben? Komme ich hier auch wieder raus?“

All das sind ganz typische Fragen und Sorgen von Menschen, die das erste Mal zu uns kommen. Ängste und Unsicherheit prägen sehr oft den ersten Moment. Schnell aber wird klar, dass unsere Einrichtung kein trauriger Ort des Sterbens, sondern ein Platz des Lebens ist. Mit viel Fürsorge, Zuwendung und positiven Momenten.
Palliativmedizin ist keine Sterbemedizin. Palliativmedizin ist Lebensmedizin. 
Das heißt: Unser Blickwinkel liegt vor allem darauf, Ihnen die Zeit der stationären Behandlung und Begleitung und auch die Zeit danach, also wenn die Entlassung wieder ansteht, so positiv zu gestalten, dass Sie für sich von „guter Lebensqualität“ sprechen.
Aber Palliativmedizin begleitet natürlich auch das Leben im Sterben bis in den Tod. Wobei wir das Sterben nicht herbeirufen und beschleunigen, wohl aber zulassen, dass es passieren darf. Unter Bedingungen, die es dann würdevoll und friedlich werden lassen. 
Palliativmedizinische und natürlich auch -pflegerische Behandlung und Betreuung dienen Patienten, die weit fortgeschritten und unheilbar erkrankt sind. Patienten also mit begrenzter Lebenserwartung. 
Die Aufnahme erfolgt immer im Einverständnis des Patienten entweder als Verlegung aus anderen Abteilungen des Klinikums oder anderer Krankenhäuser oder als Einweisung durch Ihren Haus- oder Facharzt. Wichtig ist hierbei, dass vorher eine Besprechung des aktuellen Aufnahmegrunds zwischen den medizinischen Therapeuten stattgefunden hat. Sehr häufig kann auch eine ambulante, also häusliche Betreuung durch unser SAPV Team, stattfinden. SAPV bedeutet die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung, auf die Sie als Patient seit 2007 einen Rechtsanspruch haben und die Ihnen von Ihrem Hausarzt oder behandelnden Facharzt - für Sie kostenfrei - verordnet werden kann.
Sobald Ihre Beschwerden gelindert sind und eine Entlassung möglich ist, planen wir diese in Rücksprache mit Ihnen und Ihrer Familie sowie allen für eine gute Versorgung notwendigen Partnern.

Unser Team wird in der gesamten Behandlung von speziell geschulten Mitarbeitern aus folgenden Bereichen unterstützt:

  • Seelsorge
  • Psychologie und Psychiatrie
  • Physiotherapie
  • Ernährungsberatung
  • Hospizarbeit
  • Kunsttherapie
  • Musiktherapie
  • Tiergestützte Therapie  

„Gibt es eine Zeit nach der Palliativstation?“, „Kann ich auch entlassen werden?“, „Komm ich hier auch wieder raus?“

Zu allererst: Wir sind nicht Ihre Endstation, wenngleich es schon sein kann, dass Menschen aufgrund ihres geschwächten Zustands oder des weiten Fortschritts ihrer Erkrankung nicht mehr nach Hause können. In erster Linie versuchen wir Ihren Gesamtzustand zu stabilisieren und verbessern, um Sie dann wieder in Ihr heimisches Umfeld zu entlassen. Zur Planung der Entlassung und aller möglichen Hilfsmittel wie Pflegebett, Toilettenstuhl usw. arbeiten wir mit dem Team der Pflegeüberleitung Hand in Hand.
All diese Vorbereitungen werden immer in Rücksprache mit Ihnen und Ihren Angehörigen getroffen. Dabei nehmen wir Kontakt zu Ihrem Hausarzt und weiteren notwendigen Therapeuten auf, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Wann immer es dann von Ihrer oder von Angehörigenseite Fragen gibt, sind Sie herzlich eingeladen, uns anzusprechen. Dafür stehen wir auch gerne nach Ihrer Entlassung zur Verfügung. Rufen Sie uns ruhig an. Wir nehmen uns Zeit.
Sollte jedoch eine Entlassung nach Hause oder eine Pflegeeinrichtung bzw. Hospiz nicht mehr möglich sein, werden wir alles medizinisch und pflegerisch Sinnvolle und Angemessene tun, um Ihnen ein würdiges Sterben zu ermöglichen: eben zulassen, dass passieren darf, was passieren wird. Aber frei von belastenden Schmerzen und anderen Symptomen.  

„Wie lange kann ich bleiben?“, "Darf ich wiederkommen, wenn es zu Hause nicht geht?“, „Kann ich mich auch zwischendrin mal melden?“

Die sogenannte durchschnittliche Liegedauer beträgt etwas mehr als 7 Tage. Manche können schneller nach Hause, andere brauchen länger. Wieder andere sterben bei uns. Wichtig ist aber für Sie: Solange es medizinisch nötig ist, werden wir uns um Sie hier auf der Palliativstation kümmern. Erst wenn wir sicher sein können, dass eine Entlassung nach Hause für Sie und Ihre Angehörigen machbar ist, werden wir die nötigen Schritte hierfür einleiten.
Zur weiteren Versorgung zu Hause oder im Heim/Hospiz arbeiten wir sehr eng mit unserem ambulanten Team PalliDONIS zusammen, das sozusagen unser verlängerter Arm ist. Wichtig ist zu wissen, dass PalliDONIS Ihre bestehenden (SE: eigenen?) Ärzte und Pflegekräfte bzw. Therapeuten nicht ersetzen will und wird, sondern sich vielmehr als unterstützende Ergänzung sieht, um eine beschwerdefreie und gelinderte Zeit zu Hause zu verbringen. (SE: um eine beschwerdefreie und gelinderte Zeit zu Hause zu sichern.)
Wann immer es aber nötig ist, können Sie wieder auf die Palliativstation kommen.
Dabei sollte bitte aber vorher ein telefonischer Kontakt zwischen dem einweisenden Arzt und der Station stattgefunden haben.
Und natürlich dürfen Sie sich oder Ihre Angehörigen jederzeit bei uns vorbeischauen oder anrufen. Wir freuen uns darüber.

Wir unterstützen die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen. Mehr dazu finden Sie hier.