Kinderkardiologie

Die Kinderkardiologie im DONAUISAR Klinikum Deggendorf befasst sich mit den angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Herzens und der großen Gefäße bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen. Die Diagnostik und konservative Therapie stehen dabei im Mittelpunkt der Tätigkeit. 

Die Betreuung herzkranker Kinder und Jugendlicher vor und nach einer erforderlichen Operation erfolgt in intensivem Kontakt mit den bayerischen kinderkardiologischen  und kinderherzchirurgischen Zentren (Kinderkardiologie im Klinikum Großhadern der LMU München; Deutsches Herzzentrum München und der Kinderkardiologie der Friedrich Alexander Universität Erlangen), sowie weiteren kinderkardiologischen und kinderherzchirurgischen Zentren.

Zusammen mit der geburtshilflichen Abteilung werden auch Familien, deren Ungeborenes möglicherweise oder sicher an einem Herzfehler erkrankt ist, betreut und begleitet.

Die Diagnostik und Therapie betroffener Patienten erfolgen auf unserer neonatologischen Intensivstation und Normalstation, sowie v. a. in unserer kinder-kardiologischen Spezialambulanz. Es stehen alle diagnostischen Untersuchungs-möglichkeiten wie Echokardiographie, Elektrokardiographie, 24h – EKG, 24h – Blutdruckmessung und Belastungs – EKG sowohl für die stationären wie auch die ambulanten Patienten zu Verfügung.

Ca. 0,8% aller reifen Neugeborenen haben einen angeborenen Herzfehler. Einige der Herzfehler sind bereits vor der Geburt bekannt, andere werden erst nach der Geburt symptomatisch. Bei klinischem Verdacht auf eine Herzfehler, z. B. bei Herzgeräuschen, „schlechtem Gedeihen“, auffallende Zyanose (= Blausucht) oder auffallender Blässe, sowie postnatal (= nach der Geburt) auffälligem Sauerstoff – Sättigungsscreening kann mit der Echokardiographie (= Ultraschalluntersuchung des Herzens) rasch und für den Patienten schonend ein Herzfehler diagnostiziert werden.

Zusammen mit den anderen erhobenen Befunden (körperliche Untersuchung; Elektrokardiographie (EKG), Blutdruckmessung, Pulsoxymetrie) kann dann das weitere Vorgehen (abwartendes Verhalten oder Intervention mit Herzkatheter und/oder Operation, ggf. weiter erforderliche  bildgebende Diagnostik wie Magnetresonanz-tomographie oder Computertomographie) geplant werden. 

Dies geschieht zusammen mit oben genannten national und international bedeutenden Kinderherzzentren.

Nach einer entsprechenden Intervention und / oder Operation erfolgt die Beobachtung des weiteren Verlaufs und die weitere Begleitung des Patienten v. a. ambulant über die Spezialambulanz für Kinderkardiologie.

Ambulanz für Kinderkardiologie
In der Spezialambulanz für Kinderkardiologie erfolgt die Betreuung von Patienten mit angeborenen und erworbenen Herzfehlern vor und nach interventionellen und / oder operativen Eingriffen. Weiter erfolgt die Versorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen des Herzens und der Kreislaufs.

Herzgeräusche kommen bei Kindern häufig vor, aber nur selten (< 10%) ist auch ein Herzfehler als Ursache des Herzgeräusch zu finden. Mit der Echokardiographie kann bei den betroffenen Kindern mit Herzgeräusch rasch ein Herzfehler ausgeschlossen werden. Auch handelt es sich bei den gefundenen Herzfehlern überwiegend um sog. harmlose Herzfehler, die in der Regel evtl. nur kontrolliert werden müssen und keiner interventionellen Herzkathetertherapie oder operativen Therapie bedürfen. Die betroffenen Patienten und v. a. deren Eltern können so rasch beruhigt werden.

Zu den Aufgaben der Kinderkardiologie gehört auch die Abklärung von Symptomen wie Herzstolpern, Episoden von Herzrasen (paroxsysmale Tachykardien), Schwindelanfällen und Synkopen (= Kollapszustand mit plötzlichem Bewußtseinsverlust), sowie die Betreuung und Behandlung von Patienten mit möglicher oder bereits gesicherter Herzrhythmusstörung (z. B. WPW – Syndrom; Long QT – Syndrom).

Die Anamnese und entsprechende Untersuchungen (EKG, 24h – EKG, Ergometrie, ggf. Echokardiographie, Blutdruckmessung und 24h – Blutdruckmessung und in seltenen Fällen auch genetische Untersuchungen) führen zu Diagnose und zu einer ggf. erforderlichen Therapie.

Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Diagnose und Therapie von erworbenen Herzerkrankungen, die im Kindesalter aber eher selten sind. Bei schwer verlaufenden Infektionen muss zum Ausschluss einer Beteiligung des Herzens (Myokarditis = Entzündung der Herzmuskulatur, oder Endokarditis = Entzündung der Herzinnenhaut und der Herzklappen) eine entsprechende Diagnostik (Echokardiographie und Elektrokardiographie) durchgeführt werden.

Auch bei V. a. Kawasaki – Syndrom sollte zum Ausschluss einer Beteiligung der Herzkranzgefäße (Bildung von Aneurysmata (= Aussackung) der Koronararterien) eine Untersuchung mit Echokardiographie und Elektrokardiogramm erfolgen. 

Ein weiteres Aufgabengebiet besteht in der Diagnose und Therapie bei arterieller Hypertonie. Neben der Möglichkeit einer ambulanten 24h – Blutdruckmessung  können mit der Echokardiographie und Dopplersonographie der Nierengefäße kardiale oder renale Ursachen einer arteriellen Hypertonie vor einer medikamentösen ausgeschlossen werden.

Kontakt für Terminvereinbarung:
Tel.: 0991/3803401
Fax: 0991/3803405

Ansprechpartner:
OA Gerald Beier,
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin; Kinderkardiologe

Leistungsspektrum:

  • Detaillierte Anamnese und eingehende körperliche Untersuchung Echokardiographie (inkl. M-Mode, Dopplersonographie; Farbdopplersonographie)
  • 12-Kanal-Elektrokardiogramm (EKG)
  • 24h – EKG (bei Bedarf Aufzeichnung des EKG bis zu 7 Tagen)
  • Ergometrie (= Belastungs – EKG) in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik I
  • 24h – Blutdruckmessung
  • Pulsoxymetrie
  • Doppleruntersuchung der Bauch- und Hirngefäße
  • Labordiagnostik
  • Erstdiagnostik bei Herzgeräuschen und anderen kardialen Symptomen
  • Diagnostik und Therapie bei Herzrhythmusstörungen
  • Diagnostik und Langzeitbetreuung herzkranker Säuglinge, Kinder und Jugendlicher
  • Zusammenarbeit mit den führenden kinderkardiologischen Kliniken und Herzzentren
  • Kinderkardiologische Mitbetreuung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Lungenerkrankungen und erhöhtem kardiovaskulären Risikoprofil
  • Abklärung und erweiterte Diagnostik und Therapie bei arterieller Hypertonie
  • Abklärung von Kreislaufregulationsstörungen
  • Diagnostik und Therapie bei rheumatischen und entzündlichen Herzerkrankungen
  • Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit, z. B. kardiologische Abklärung bei Leistungssport